Badplanung – Alle Schritte im Überblick

Im Interview mit Experte Rüdiger Ortner

Eine professionelle Badplanung ist der Grundstein für eine erfolgreiche Sanierung. Um unangenehme Überraschungen in der Bauphase und unnötigem Stress vorzubeugen, sollte man sich dazu in die Hände eines erfahrenen Bäderbauers begeben. Schon in der Planungsphase gilt es einiges zu beachten. Was das im Einzelnen betrifft, haben wir Badexperte Rüdiger Ortner von der Firma Schmidt & Eger in Karlsruhe gefragt. Erfahren Sie in unserem Artikel alles über die Schritte einer Badplanung, wertvolle Tipps, Ideen und mehr.

 

In Zeiten von Onlineplanern und Planungssoftware für Endkunden stellt sich die Frage, inwieweit man sich für die Planung des persönlichen Traumbads an ein Unternehmen wenden sollte. Immerhin suggerieren die Hilfsmittel, dass man sein Bad gut alleine planen kann. Warum sollten sich Kunden, die ihr Badezimmer sanieren möchten, Ihrer Meinung nach dennoch für die Planung an einen kompetenten Fachbetrieb wenden?

Schwarzweiß Profilbild von Badexperte Rüdiger Ortner HEIMWOHL KarlsruheDie Badplanung ist ein komplexer Prozess, für den ein technisches Verständnis ebenso wichtig ist wie gestalterisches Können. Auf den ersten Blick stehen die Produkte wie Badewanne, Waschbecken, WC und Dusche im Fokus. Doch zu einem schönen Bad gehört mehr. Gerade die technische Komponente wird oftmals unterschätzt.

Leitungen, Anschlüsse und Elektrik sind weniger offensichtlich, aber elementar. Umso schwieriger wird es, wenn ein bestehendes Badezimmer saniert wird. Nicht in jedem Fall können die Wünsche problemlos auf den Raum übertragen werden. Und genau hier kann der Badplaner weiterhelfen. Er findet Lösungen und macht Vorschläge, wie man die individuellen Bedürfnisse mit dem Badezimmer in Einklang bringen kann.

 

Wie findet man den richtigen Badplaner? Worauf sollte man achten, damit die Zusammenarbeit erfolgreich wird?

Wichtig ist eine persönliche Basis. Die Chemie muss stimmen. Generell nehmen viele Kunden durch Empfehlungen von Verwandten oder Bekannten Kontakt zu uns auf. Auf diesem Weg können sie leicht Informationen sammeln und mehr über die Planungsphase, den Umbau sowie das Unternehmen erfahren. So ergibt sich oft eine erste Adresse, mit der man die Suche nach dem richtigen Planer starten kann. Hilfreich sind ebenfalls Referenzen. Sie zeigen, was der Bäderbauer und sein Team können. Natürlich sieht der Kunde zugleich, was im Bad möglich ist und findet Anregungen für das eigene Traumbad.

 

Eine Frau und ein Mann sitzen in der Badausstellung der Schmidt & Eger GmbH & Co. KG und unterhalten sich, auf einem Tisch liegen mehrere mehrere Magazine

 

Wenn man den richtigen Partnerbetrieb gefunden hat, kann die Planungsphase starten. Was muss in diesem Prozess alles beachtet werden?

Wesentliche Elemente gibt es da eigentlich nicht. Es sind eher viele Kleinigkeiten, die das Gesamtkonzept ausmachen. Man sollte sich viel Zeit nehmen, um alle Wünsche einfließen zu lassen. Je besser und detaillierter die Anforderungsermittlung ist, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, den Kunden mit dem anschließenden Konzept zu begeistern. Wichtige Punkte sind z. B. das Alter der Nutzer, ihr Verhalten im Bad und stilistische Vorlieben. Welche Formensprache und Farben gefallen, kann man in aller Regel erkennen, wenn man die Kunden vor Ort (beim Aufmaß) besucht. Das fließt dann alles in die Planung ein.

 

Was sind die wesentlichen Schritte beim Planen eines Bads?

Wir lernen die Kunden in der Regel in unserer Badausstellung kennen. Darauf folgt das Aufmaß beim Kunden vor Ort, wo der Bestand analysiert wird und gleichzeitig eine technische Machbarkeitsprüfung stattfindet. Der Grundriss und andere Daten werden exakt erfasst. Im Vorfeld werden wichtige Parameter wie die Wünsche des Kunden und seine Bedürfnisse ermittelt. Dann folgt die Auswahl der Produkte. Anschließend wird aus all diesen Informationen ein Konzept erstellt und in der Ausstellung präsentiert. Dieses wird gemeinsam besprochen und, wenn nötig, angepasst. Erst wenn der Kunde zufrieden ist, folgen die nächsten Schritte (Aufstellung zu den Kosten, Auftragserteilung, Materialbestellung etc.).

 

Waschplatz vor großformatigen, grauen Fliesen, Holzwaschtisch mit weißem Aufsatzwaschbecken, Wandarmatur, darüber Spiegel mit Beleuchtung

 

Zum Stichwort „Badplanung Kosten“: Dürfen bei Ihnen die Kunden über die Badplanung hinaus „mitwirken“ – also Leistungen bei der Sanierung übernehmen?

Der überwiegende Teil der Kunden, die zu uns kommen, wünscht sich einen Ansprechpartner, der die Planung und Sanierung komplett übernimmt. Eigenleistungen haben wir eher selten. Aber im Bereich von Demontage und Abriss ist das kein Problem. Darüber hinaus raten wir eher davon ab.

Da wir uns darauf spezialisiert haben, alle Leistungen aus einer Hand zu bieten, können wir eine hohe Sicherheit bei der Qualität der Ausführung und dem zeitlichen Ablauf bieten. Und diese wollen wir natürlich nicht gefährden. Anders verhält es sich, wenn der Kunde entsprechende Fähigkeiten hat, z. B. Elektriker ist und damit dieses Gewerk selber abdecken kann. Dann können zugleich auf Kundenseite Kosten eingespart werden. Bei Demontage und Abriss ist die Kostenersparnis eher gering.

 

Greifen Sie beim Planen auf spezielle Software zurück?

Ja, bei uns ist der Einsatz von 3-D-Software Standard. Genauso gehört ein virtueller Rundgang durch das geplante Bad zu unserem Service. Das ist ein wichtiges Instrument, um den Kunden vor Baubeginn fotorealistisch zeigen zu können, wie das Badezimmer aussehen wird.

 

Gibt es Probleme, mit denen Sie sich häufig bei der Planung konfrontiert sehen?

Manchmal scheitert man bei der Badplanung an der Technik, die Grenzen setzt. Der Wunsch nach Barrierefreiheit im Bad oder genauer nach bodenebenen Duschen ist groß, lässt sich aber nicht in jedem Projekt umsetzen. Das Umstellen der Anordnung von WCs, Duschen, Badewannen oder Waschbecken ist ebenfalls eine Herausforderung. Zum Teil scheitert man hier an den technischen Voraussetzungen und muss dann alternative Lösungen finden.

 

Wie sieht es mit den Bädern aus: Stellen kleine oder verwinkelte Bäder Ihr Team vor große Herausforderungen? Oder wenden die Badplaner für diese besondere Kniffe und Tricks für eine schöne Planung an?

Was sich gerade in kleinen Bädern optisch gut anbietet, sind großformatige Fliesen. Sie lassen jeden Raum mühelos größer erscheinen. Mit der Verlegerichtung kann man das Badezimmer zugleich optisch breiter oder schmaler gestalten. Mangelt es an Stauraum, bieten sich Ecklösungen, Wandnischen und maßgefertigte Möbel an. Oftmals hilft auch eine zusätzlich eingezogene Wand weiter. Es gibt also durchaus bei der Badplanung Ideen und Tricks, die man je nach Raum anwenden kann.

 

Komplettbad mit sandfarbenen Fliesen von HEIMWOHL München

 

Haben Sie für die Badplanung Tipps, die Sie potenziellen Kunden mit auf den Weg geben möchten?

Ich kann allen, die sich ein neues Bad wünschen, nur raten: Nehmen Sie sich Zeit. Eine Badsanierung ist eine Entscheidung, die nicht übers Knie gebrochen werden sollte. Mit dem Ergebnis lebt man im Schnitt die nächsten 20 bis 30 Jahre. Wer sich bereits für einen Umbau entschieden hat, sollte sich Zeit lassen, um den geeigneten Partner für Planung und Umbau zu finden. Referenzen und Empfehlungen können helfen, den richtigen Betrieb zu finden. Vertrauen ist hier das A und O.

Zur Vorbereitung auf die Badplanung empfehle ich, sich nicht ausschließlich an Badprojekten aus Magazinen oder dem Internet festzuhalten. Sie können wunderbar als erste Inspiration dienen. Doch eine Fixierung auf bestimmte Produkte (Armaturen, Badewanne und Co.) birgt das Risiko, sich weniger auf die eigenen Bedürfnisse als auf Trends zu konzentrieren. Hinzu kommt, dass sie später nicht zum Bad passen könnten oder mit dem Budget zu vereinen sind.

 

Vielen Dank für das Interview.