Fliesen im Bad – Ist weniger mehr?

Wir wollen unser Bad renovieren. Das Schlimmste sind die Fliesen. Wir wollen neue, am besten große Badfliesen in Grau oder braunen Farben. Uns ist am wichtigsten, dass der Fliesenspiegel Bad und Einrichtung betont. Der Raum soll nicht mehr altbacken ausschauen. Was macht also mehr Sinn? Das Badezimmer komplett mit Fliesen zu gestalten oder die Wände eher frei zu lassen?

3 Expertenantworten (letzte Antwort am 23. März)
  1. Hans Schramm
    Hans Schramm | Badexperte

    Besseres Raumklima mit weniger Fliesen

    Im Gegensatz zu Fliesen haben verputzte Wände die Eigenschaft, Feuchtigkeit aus der Raumluft aufzunehmen und später wieder abzugeben. Diese Fähigkeit ist von Putz zu Putz unterschiedlich. In Bädern werden zum Verputzen eigentlich nur Streichputze mit feiner Körnung oder Glattstriche genutzt. Diese tragen aktiv dazu bei, das Raumklima auszugleichen. Feuchtigkeitsregulierend sind sie aber in den wenigsten Fällen, weil sie gar nicht viel Wasser aufnehmen können und die meisten Bäder klein sind. Da ergibt sich oft nicht viel verputzte Fläche, um die Raumfeuchte zu regulieren.

  2. HEIMWOHL
    HEIMWOHL  | Badexperten

    Fliesenspiegel Bad: Weniger Fliesen wirken wohnlicher

    Ein reduzierter Fliesenspiegel hat den Vorteil einer höheren Atmungsaktivität, was wiederum besser für das Raumklima ist. Zudem bewirken Bäder mit wenig Fliesen eine wohnlichere Atmosphäre, weil sie in der Optik stärker den übrigen Wohnräumen entsprechen. Allerdings sind im Gegensatz zu einem komplett mit Fliesen bestückten Bad Malerarbeiten nötig. Beide Varianten haben ihre Vorzüge, daher ist es stark vom Kunden abhängig, welche man im konkreten Fall anwendet. Klassischerweise reichen in den meisten Haushalten die Fliesen im Bad bis zur Decke. Allerdings entscheiden sich die meisten bei einer Sanierung für weniger Fliesen.

  3. Ingrid Schramm
    Ingrid Schramm | Badberaterin

    Optisch kommt es ganz auf Fliesen an

    Da der Fliesenspiegel Bad und Betrachter beeinflusst, wollen viele wissen, was die beste Lösung ist. Doch das kommt auf den persönlichen Geschmack an. Für den Fußboden wollen die meisten Kunden Fliesen. Natürlich gibt es andere Optionen. Fliesen sind jedoch robust und gegenüber Feuchtigkeit unempfindlich. Bodenfliesen können darüber hinaus mittels Holzoptik etc. edler wirken. Bei den Wandfliesen ist ein größerer Wandel zu beobachten. Oftmals werden nur noch die Spritzwasserbereiche verfliest bzw. ein halbhoher Fliesenspiegel verlegt.

    Wird ein Badezimmer raumhoch gefliest, ist man im Endeffekt für die nächsten 30 Jahre gerüstet. In dieser Zeit müssen dann nur einmal die Silikonfugen erneuert werden, was aber normal ist. Wird pfleglich mit den Fliesen im Bad umgegangen, sind Beschädigungen unwahrscheinlich.

    Bei verputzten Wandflächen besteht an den Kanten die Gefahr, dass sich Risse bilden. Wie beim Verlegen der Fliesen sollten hier nur Profis hinzugezogen werden. Meist bekommen die Wände dann noch einen Anstrich, der in gewissen Zyklen erneuert werden muss. Je weniger Fliesen im Bad für die Gestaltung eingesetzt werden, umso wohnlicher erscheint es den meisten Nutzern. Wobei es inzwischen wirklich schöne Fliesen gibt, die sehr gut raumhoch verlegt werden können, ohne dass das typische Nasszellengefühl aufkommt. Meines Erachtens kommt es optisch ganz auf die Fliese an.

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