Altersgerechtes Bad planen: Was darf nicht fehlen?

Was gehört unbedingt in ein altersgerechtes Bad? Woran muss man bei der Planung und Einrichtung denken?

5 Expertenantworten (letzte Antwort am 6. Juli)
  1. Susanne Koster
    Susanne Koster | Badplanerin

    Individuelle Nutzerbedürfnisse entscheidend

    Neben den typischen Merkmalen altersgerechter Bäder wie bodengleicher Dusche, höher montiertem WC und ausreichender Bewegungsfreiheit kommt es immer auch auf die individuellen Bedürfnisse an. Welche Einrichtungswünsche hat der bzw. haben die Nutzer? Muss der Raum schon auf die Nutzung mit Rollstuhl oder anderen Gehhilfen zugeschnitten sein? Für eine bedürfnisgerechte Gestaltung kommt es also immer ganz genau auf den Kunden an.

  2. Ingrid Schramm
    Ingrid Schramm | Badberaterin

    Sichere Untergründe schaffen

    Sicherheit ist ein elementarer Faktor bei der Planung altersgerechter Bäder. Rutschhemmende Materialien sind unerlässlich. Dazu sollte man bei Fliesen auf den Wert der Rutschhemmung achten. Es werden mehrere Klassen (R9-R13) und Angaben für durch Nässe belastete Barfußbereiche (A-C) unterschieden. Im privaten Sektor werden nicht alle Klassen eingesetzt. Eine hohe Trittsicherheit erreicht man mit Fliesen der Klassen R11A und R11B.

    In einer gefliesten Dusche erhöhen Mosaike die Rutschhemmung. Denn durch sie entstehen mehr Fugen, die einen erhöhten Widerstand bieten. Es gibt aber auch speziell für diese Zwecke ausgelegte Duschwannen.

  3. HEIMWOHL
    HEIMWOHL  | Badexperten

    Stützhilfen einplanen

    Während der Planung sollten Haltegriffe und Stützen schon berücksichtigt werden. Viele Nutzer, die sich für eine altersgerechte Sanierung entscheiden, wollen sich damit auf die Zukunft vorbereiten. Doch auch wenn man körperlich noch vollkommen fit ist, sollte das Bad zumindest für das Anbringen solcher Hilfen vorbereitet werden. Wenn sie dann wirklich gebraucht werden, sind diese schnell angebracht (s. Klappsitz in der Dusche).

  4. Bernd König
    Bernd König | Badplaner

    Altersgerecht heißt barrierearm

    Nicht immer können altersgerechte Bäder komplett barrierefrei sein. Dennoch sollte es so wenig Barrieren wie möglich geben. Das heißt: Niedrige Einstiege in Dusche bzw. Badewanne und auch möglichst große Bewegungsfläche vor den Sanitärobjekten (WC, Dusche, etc.). Ebenso sollte auf eine gute Ausleuchtung geachtet werden, weil das der schwindenden Sehkraft entgegen kommt.

    Generell würde ich empfehlen, das WC höher zu hängen, als es durchschnittlich der Fall ist. Dann haben es ältere und bewegungseingeschränkte Menschen leichter, sich Hinzusetzen und wieder Aufzustehen.

  5. Rüdiger Ortner
    Rüdiger Ortner | Badexperte

    Bodenbündige Dusche, erhöhtes WC

    Im Idealfall verfügt ein altersgerechtes Bad über eine  bodenbündige Dusche. Da das baulich nicht immer machbar ist, kann man sich mit einem Podest und einer kleinen Rampe behelfen. Dann ist der Zugang zur Dusche jedenfalls barrierearm. Für mehr Sicherheit sollten zudem Haltegriffe angebracht werden.

    Mit unterfahrbaren Waschtischen bleibt man in Hinblick auf die Zukunft flexibel. Sollte doch irgendwann eine Nutzung mit Rollstuhl erforderlich sein, muss der Waschplatz nicht direkt umgebaut werden, um den neuen Anforderungen zu genügen. Ähnlich sieht es beim WC aus. Jahrelang lag die Standardhöhe bei etwa 40 cm (Oberkante Keramik). Inzwischen werden sie in der Regel höher montiert. Bei einer Höhe von ca. 43 cm fällt das Setzen und Aufstehen viel leichter.

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